LAWA
Länderarbeitsgemeinschaft Wasser
Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern

Pressemitteilung
Europäischer Gewässerschutz im Vormarsch
- LAWA übernimmt Motorfunktion bei der Umsetzung der neuen EU-Wasserrahmenrichtlinie -

Vor über 650 nationalen und internationalen Teilnehmern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung bekräftige der Umweltminister Professor Dr. Wolfgang Methling, Mecklenburg-Vorpommern, auf dem Symposium zur Einführung der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) am 13. und 14.12.00 in Schwerin den Willen der deutschen Bundesländer, die neue Richtlinie als wirksames Instrument des Gewässerschutzes zu nutzen. Der Umweltminister des Vorsitzlandes der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) gab in seiner Einleitung des Symposiums zu bedenken, dass die hohen Anforderungen der EU-Richtlinie an den Gewässerschutz auch zur Ressourcensicherung für nachfolgende Generationen stehen und der Bundesrepublik bei Umsetzungsfehlern erhebliche Strafen drohen.
Die neuen fachlichen Anforderungen der Analyse, Bewertung und Maßnahmen für Flusseinzugsgebiete erfordern Konzepte, die sich an den Erfordernissen der Praxis orientieren. Hier leistet die LAWA derzeit vorbildliche Arbeiten, die in dem Symposium vorgestellt und diskutiert wurden. Ziel der Wasserrahmenrichtlinie ist es, alle Flusseinzugsgebiete in Europa einschließlich Grundwasser so zu bewirtschaften, dass immer eine gute Qualität eingehalten bzw. erreicht wird.
Herr Dr. Helmut Blöch von der Generaldirektion Umwelt der europäischen Kommission betonte das ehrgeizige Ziel, eine gute Wasserqualität in Europa innerhalb von 15 Jahren zu erreichen. "Mit der EU-WRRL"; so Blöch weiter, "werden die Anstrengungen der einzelnen Mitgliedsstaaten im Gewässerschutz vergleichbar". Der Vertreter des BMU, Dr. Fritz Holzwarth, appellierte an die Fachleute, die durch die WRRL gebotene Chance zu nutzen, der Wasserwirtschaft in Deutschland ein neues Profil zu geben.
Die Fachleute der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser bestätigten das hohe Niveau der WRRL und die von Ihr zu erwartenden Impulse für den Gewässerschutz in Deutschland mit neuen ganzheitlichen Bewertungskonzepten, neuen chemischen und biologischen Kenngrößen unter Einbeziehung von Ufer und Aue. Sie verkannten nicht, dass infolge der Neubewertung der Gewässergüte, beim Monitoring und bei den Maßnahmen, zusätzliche Aufwendungen erforderlich sein können. Zu den neuen europäischen Anforderungen gebe es aber keine Alternative.
Aus den über 25 Referaten wurde deutlich, dass die LAWA für die Umsetzung der WRRL gut gerüstet ist und bereits konkrete Vorarbeiten leistet. Diese werden als Arbeitshilfe den Bundesländern zur Verfügung gestellt.
Es gab aber auch kritische Stimmen. Sie bezogen sich u.a. auf die nicht ausreichende Einbeziehung betroffener Fachleute von Industrie, Kommunen, Landwirtschaft und den Verbänden in die laufenden fachlichen Überlegungen und auf die Befürchtung zusätzlicher Kosten beim Monitoring, bei den Maßnahmen und hinsichtlich weiterer verschärfter Grenzwertregelungen. Alle kritischen Stimmen waren mit dem Angebot verknüpft, konstruktiv und zielführend bei der Umsetzung der WRRL mitzuwirken.
Die sehr große Teilnehmerzahl von interessierten Fachleuten des Gewässerschutzes belegte das große Interesse für die EU-Wasserrahmenrichtlinie und die von ihr ausgehenden Impulse. Die Auftaktveranstaltung für neue Wege des Gewässerschutzes in Deutschland wurde von den künftigen Anwendern sehr positiv aufgenommen.
Der Tagungsband zu dieser Veranstaltung kann ab Ende Januar 2001 zu einem Preis von 15,- DM (zzgl. Porto und Verpackung) über den Kulturbuch-Verlag Berlin GmbH, Sprosserweg 3, 12351 Berlin, Tel.: 030/661 8484; Fax.: 030/661 7828 bezogen werden.